An verschiedenen Stellen weise ich immer wieder darauf hin, dass nicht nur in Großstädten wie Berlin oder Hamburg Menschen ohne eigenen Wohnraum oder ohne Obdach auf der Straße leben. Auch bei uns im Kreis Recklinghausen leben Menschen auf der Straße oder kommen bei Freunden und Bekannten unter. Als Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für Obdach- und Wohnungslose, aber auch für die SPD-Fraktion hat die Überwindung von Wohnungslosigkeit höchste Priorität. Das muss es auch, denn bedauerlicherweise verschärft sich das Thema: In Deutschland waren im Januar 2024 fast 440.000 Personen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht – dazu kommen Menschen ohne Obdach und die bei Bekannten unterkommen. Bis 2030 haben wir also noch einiges zu tun.
#Praktiker:innen aus der Wohnungsnotfallhilfe, betroffene Menschen, Vertreter:innen der Wohlfahrtsverbände, Kommunen und aus dem medizinischen Bereich kamen in Berlin zusammen, um ihre Ideen einzubringen. In zwei Workshops setzten sich die Gäste damit auseinander, wie eine umfassende gesundheitliche Versorgung von wohnungslosen Menschen geleistet werden kann. Hintergrund ist, dass viele Betroffene nicht krankenversichert sind oder annehmen keinen Anspruch auf eine Krankenversorgung zu haben – oftmals zu Unrecht. Der zweite Workshop nahm wohnungslose EU-Bürger:innen in den Blick – eine Personengruppe die oftmals unter prekärsten Bedingungen in Deutschland lebt. Unsere offenen Grenzen in Europa sorgen zwar dafür, dass Menschen aus anderen EU-Staaten zur Arbeitssuche und zur Arbeitsaufnahme nach Deutschland kommen dürfen, gleichzeitig haben sie aber erst unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf Sozialleistungen. Bei vielen greift der Anspruch nicht, sodass ihre Versorgung besonders schwierig ist. Keine leichten Themen, aber mit genau diesen Themen müssen wir uns auseinandersetzen, um wirkliche Verbesserungen für die Menschen zu erreichen.